Die Schülerzeitung „Irre, Mensch!!“

Die Schülerzeitung „Irre, Mensch!!“ wird auf freiwilliger Basis von der Schülerschaft in der wöchentlichen Schülerzeitungs-AG und auch im Deutschunterricht erstellt. Seit dem Erscheinen der ersten Ausgabe im Jahr 1997 ist die Schülerzeitung zu einem erfolgreichen fortlaufenden Projekt der Käthe-Kollwitz-Schule geworden.

Thema beinahe jeder Ausgabe ist immer wieder der Klinikalltag und vor allem die Lebensgeschichten der Kinder und Jugendlichen selbst. Sie setzen sich mit der äußerst schwierigen und krisenhaften Zeit des Klinikaufenthalts auseinander und bewältigen dadurch auch die oft bestehende Angst vor Abwertung durch ihr soziales Umfeld. Die selbst verfassten Berichte der Jugendlichen und auch Kinder „Wie ich in die Klinik kam…“ bilden daher das Herzstück jeder Ausgabe der Zeitung.

Über die  üblichen Ziele einer Schülerzeitung hinaus soll die Zeitungsarbeit die Schüler dabei unterstützen, den Aufenthalt in der Klinik besser zu bewältigen. Die Ziele der Zeitung hat eine Schülerin in der Einleitung zur ersten Ausgabe von „Irre, Mensch!!“ im Jahr 1997 sehr treffend formuliert:

„Aber wir wollen mit dieser Zeitung noch viel, viel mehr erreichen! Wir haben nämlich festgestellt, dass viele Leute, die nicht wissen, was eine Psychiatrie-Klinik ist, denken, dass in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder auch anders genannt „Klapse“ nur Verrückte sind, aber es ist nicht so! In einem Psychiatrie-Krankenhaus sind Kinder und Jugendliche mit Problemen. Diese Probleme sind so schlimm, dass sie es gar nicht schaffen, zu Hause oder irgendwo anders damit fertig zu werden.
Mit dieser Schülerzeitung wollen wir zeigen oder beschreiben, wie es in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie wirklich ist. Wir wollen davon erzählen, wie unser Alltag stattfindet und von den großen und kleinen Dingen in so einem Krankenhaus. Aber wir beschreiben auch unsere Probleme.“

Die Zeitung erscheint in der Regel einmal jährlich und wird an einem schuleigenen Drucker gedruckt. Die handwerkliche Fertigstellung (Falzen, Heften, Schneiden) wird von den Schülern selbst übernommen.

Durch die ständig wechselnde Schülerschaft gibt es kein festes Redaktionsteam, weshalb eine kontinuierliche Projektbetreuung durch eine Lehrkraft notwendiger Teil des Konzepts ist.

 

U. Seidel
(Leiterin des Schülerzeitungsprojekts)