Kurzprofil

 

Käthe-Kollwitz-Schule

(Schule mit dem Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler)

 

Die Käthe-Kollwitz-Schule ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt für kranke Schülerinnen und Schüler (Förderschule), die an die Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Kassel gebunden ist. Das bedeutet: Es werden dort ausschließlich Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die Patienten dieser Klinik sind. Die Schule steht unter der Aufsicht des Staatlichen Schulamtes, die Lehrkräfte werden vom Land Hessen eingestellt. Träger der Schule ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen, der die Sachkosten trägt und die Schulsekretärin finanziert. Aufgrund des Neubaus des Klinikgebäudes in Kassel ist der Standort der Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe und somit auch der Käthe-Kollwitz-Schule von Januar 2015 bis voraussichtlich Herbst 2017 in Bad Emstal.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule sind Patienten der Klinik mit Erkrankungen aus dem gesamten Fachgebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es sind Patienten mit Störungen der psychischen, intellektuellen, körperlichen und der emotionalen Entwicklung, des Sozialverhaltens, mit psychosomatischen sowie schulbezogenen Störungen oder auch Psychosen. Die Schülerinnen und Schüler sind in der Regel zwischen 6 und 18 Jahre alt und kommen aus verschiedenen Schulstufen von Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen sowie Gymnasien Nordhessens und angrenzender Bundesländer. Viele Schülerinnen und Schüler werden in der Klinik behandelt, weil sie auch in der Schule auffällig geworden sind. Verweigerung im Unterricht, mangelnde Konzentration und fehlende Ausdauer bei schulischen Anforderungen sind oftmals kennzeichnend.

Die Anzahl der zu unterrichtenden Schülerinnen und Schüler schwankt. Die Zusammensetzung der Gruppen ändert sich nahezu wöchentlich. Der Unterricht wird sowohl in Kleingruppen (bis zu 4 Schülerinnen und Schüler) als auch einzeln erteilt.

Es stehen der Schule derzeit elf Lehrkräfte mit z.T. Mehrfachqualifikationen zur Verfügung, die den Anforderungen von Förder-, Grund-, Haupt- und Realschule und Gymnasium genügen. Jede Lehrkraft ist als Bezugslehrerin/-lehrer für Schülerinnen und Schüler aus einem Schulstufenbereich zuständig. In der Oberstufe wird zusätzlich Fachunterricht erteilt. Dabei umfasst eine Lerngruppe etwa 2-3 Klassenstufen. Die Zusammenfassung der Schülerinnen und Schüler in Lerngruppen erfolgt sowohl unter Berücksichtigung der Schulstufen und Schulformen als auch unter pädagogischen Förderaspekten.

 

Das Schulgebäude, in dem der Unterricht in Bad Emstal während der Zeit des Klinikneubaus stattfindet, verfügt über elf Klassenräume, Schulbücherei, Sekretariat, Schulleitungsbüro, Lehrerzimmer, Materialraum, Besprechungsraum und eine Küche. Jeder Klassenraum ist mit einem internetfähigen PC ausgestattet.

Es werden vorzugsweise die Unterrichtsfächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht in der Grundstufe erteilt. In der Mittel- und Oberstufe werden Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch und Gesellschaftslehre angeboten. Andere Fächer werden fachübergreifend erteilt, z.B. in Form von Projekten. Ein mittlerweile etabliertes Projekt ist die Arbeit an der Schülerzeitung "Irre, Mensch!!", die ein- bis zweimal im Jahr erscheint.

 

Den "Richtlinien für Unterricht und Erziehung kranker Schülerinnen und Schüler" zufolge soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, trotz ihrer Krankheit mit Erfolg zu lernen; die Wiedereingliederung in die Herkunftsschule soll damit unterstützt werden. Die Förderung der schulischen Leistungen ist jedoch nur ein Teil der Aufgaben der Klinikschule. In vielen Fällen ist es vorrangige Aufgabe, einen tragfähigen Kontakt zur Schülerin oder zum Schüler herzustellen und ihr/sein Selbstvertrauen zu stärken. Die Förderung von Aufmerksamkeit, Ausdauer und sozialem Lernen steht im Vordergrund. Die Klinikschule ist auch bedeutsam in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen Klinik und Außenwelt, nicht zuletzt als Hilfe zur Strukturierung des Alltags der Patientinnen und Patienten.

 

 

Heike Huflage, Förderschulrektorin